Technischer Neubau der Orgel im Benediktinerkloster in Tholey

... unter Verwendung des historischen Orgelgehäuses aus dem 18. Jhdt. und großen Teilen des Pfeifenbestandes. Das Instrument wird 42 Register erhalten, die auf 3 Manuale und Pedal verteilt sind.

Das Hauptwerksgehäuse wird auf das ursprüngliche Fußbodenniveau ca. 85 cm tiefer angeordnet und ca. 50 cm näher an das Brüstungsgehäuse herangeschoben.

Fertigstellung August 2020.


Disposition





Arbeiten in der Werkstatt




Montage des Orgelgehäuses in Tholey



 
Montage in Tholey – Einsetzen der Pfeifen



 



 

Mayer-Orgel in GranollersOrgel der Basilika in St. Kastor in Koblenz

Disposition

IV/P/53
Opus 430
Baujahr 2014

Mechanische u. elektrische Tontraktur
Elektrische Registersteuerung
Kombiniertes BUS-System mit Setzerkombination und Touchscreen-Steuerung
Integrierter Koppelsetzer und Midi-Controller
Aufnahme und Wiedergabe Funktion
Orgelgehäuse in massiver Eiche, weiß lasiert

 

 

Die kulturgeschichtlich bedeutende Basilika St. Kastor in Koblenz erhält eine, der Würde des Kirchenraums entsprechende, neue Pfeifenorgel. Die Konzeption dieses Instruments ist eine Symbiose aus zeitgenössischer Architektur und der über tausendjährigen Tradition des Orgelbauhandwerks.

Der Entwurf des Orgelgehäuses stammt aus der Feder von Prof. Ulrich Hahn vom namhaften Architekurbüro Hahn und Helten aus Aachen. Herr Prof. Hahn war in Zusammenarbeit mit Orgelbaumeister Stephan Mayer sehr darauf bedacht, auf der einen Seite die Proportion der Orgel so zu wählen, dass sie das Gleichgewicht der Architektur des Kirchenraumes nicht stört und auf der anderen Seite aber auch die musikalischen und konstruktiven Erfordernisse des Orgelbaus gewahrt werden.

Die neue Orgel besitzt 4 Manuale mit einem Tonumfang von jeweils 58 Noten und einem Pedal, das einen Tonumfang von 32 Noten besitzt. Das Instrument verfügt über 52 Registerspiele, die sich aufteilen in 44 klingende Register mit eigenständigen Pfeifenreihen, 7 Registerauszüge und 1 Pedaltransmission. Die Registerauszüge besitzen je 12 eigene Pfeifen, die übrigen Töne werden dabei aus anderen Registern des Pedalwerks entliehen. Die Transmission ist eine technische Vorrichtung, die es ermöglicht die Pfeifen des Praestant 16‘ aus dem Hauptwerk, ohne die Benutzung von Koppeln, auch im Pedal zu spielen.

Die Konzeption einer Orgel dieser Größe mit 4 Manualen ist sehr selten. Auf diese Weise steht dem Orgelspieler eine sehr große Bandbreite an spielerischen Möglichkeiten zur Verfügung, um seine musikalische Darbietung für Gottesdienste und Konzerte gleichermaßen zu gestalten.

Klanglich orientiert sich das neue Instrument am Typ der „symphonischen Orgel“. Dies bedeutet, dass der Orgelklang im Wesentlichen orchestral geprägt ist: Klangverschmelzung und eine expressive Dynamik zeichnen diesen Orgeltypus aus. Jedoch wird bei der Intonation der neuen Orgel ebenso großen Wert auf eine ausgeprägte Einzelcharakteristik der Stimmen gelegt, denn bloße Klangverdopplungen bedeuten Einschränkungen in der Vielfalt der Klänge.

Das Pfeifenwerk der Orgel besteht aus insgesamt 3.679 einzelnen Pfeifen. Davon sind 298 Stück hauptsächlich in Eiche und Tannenholz hergestellt. Die Metallpfeifen bestehen aus einer Zinn-Blei-Legierung. Davon 172 Stück mit 82%-Zinnanteil, 2.763 Stück mit 75%-Zinnanteil und 446 Stück mit 40%-Zinnanteil. Die unterschiedlichen Pfeifenmaterialien dienen dazu die Klangcharakteristiken der einzelnen Register schon durch die Materialauswahl zu prägen. Die größte Pfeife der Orgel steht sichtbar im Prospekt: es ist das C des Registers Principalbass 16‘ mit einer Gesamtlänge von 6 m. Die kleinste Pfeife steht im Register Cymbel III 1‘ mit einer Tonlänge von nur 5 mm. Der tiefste Ton der Orgel ist das C des Untersatz 32‘ mit einer Frequenz von 16 Hz. Diese Tonhöhe liegt an der unteren Hörgrenze des Menschen. Die ersten 12 Pfeifen dieses Pedalregisters sind in einer eigenen Kammer unter dem Dachboden des nördlichen Obergardens untergebracht. Der Schall gelangt durch 2 Öffnungen in der Nordwand des Hauptschiffs, seitlich rechts neben der Orgel, in den Kirchenraum.

Das Orgelgehäuse ist in ausgesuchtem Eichenholz hergestellt. Die langjährige natürliche Trocknung verleiht diesem Holz seine besondere Widerstandsfähigkeit für klimatische Schwankungen. Die Holzoberflächen sind weiß lasiert, was den natürlichen Dunklungsprozess des Eichenholzes reduziert und dem Orgelprospekt, trotz seiner beachtlichen Größe von 9 m in der Breite, 7,95 m in der Höhe und 2,6 m in der Tiefe, eine optische Leichtigkeit verleiht.

Obwohl die neue Orgel auf den mechanischen Techniken des traditionellen Pfeifenorgelbaus beruht, besitzt sie auch sehr moderne elektrische Spielhilfen, welche dem Orgelspieler die umfangreiche Bedienung eines solchen Instruments wesentlich erleichtern. Dazu gehört eine Setzeranlage, die mit Hilfe eines am Spieltisch eingebauten Touchscreens bedient wird. Damit kann der Orgelspieler viele unterschiedliche Registerzusammenstellungen, die er zum Spielen einzelner Musikstücke benötigt, zuvor in einem Computer abspeichern und diese dann später per Knopfdruck abrufen. Ein weiteres Highlight der Orgel ist die eingebaute Aufnahme und Wiedergabe-Funktion. Damit lässt sich z.B. das Orgelspiel eines Konzertorganisten aufnehmen, d.h. alle dabei benutzten Funktionen von der Registerauswahl, über die Tonfolgen bis hin zur Steuerung der Schwellerjalousien wird vom Computer aufgezeichnet. Danach kann die Orgel selbstständig diese Aufnahme exakt wiedergeben.

Dies sind nur einige Punkte, welche die neue Orgel von St. Kastor zu einem regional, wie überregional, sehr einzigartigen Instrument machen.

 

 

 

Orgelneubau für die katholische Kirche
St. Nikolaus von Tolentino in Rösrath – II/24/P



 

Festliche Orgelweihe und 1. Orgelkonzert am 9. September 2016


 

Vervollständigung des Schnitzwerkes der Orgel

Die fehlenden, seitlichen Schnitzereien am Orgelgehäuse von Hauptwerk und Pedal wurden an Hand der originalen Schnitzereien am Rückpositiv rekonstruiert und neu von Hand geschnitzt. Nun erstrahlt das Orgelwerk wieder in seiner ganzen Pracht!



Disposition

Die neue Orgel für die Lutherkirche in Berlin-Spandau

Das große evangelische Gotteshaus wurde 1895 –1896 nach den Plänen von Eugen Fritsche als dreischiffige Hallenkirche mit drei Jochen errichtet. Bereits in den 1970 Jahren erwies sich die Kirche als zu groß für die immer kleiner gewordene Gemeinde. Es dauerte dann doch immerhin noch 20 Jahre bis 1994 – 1997 ein Projekt nach den Plänen und unter der Federführung vom Architekten Dr. Dieter Ketterer realisiert werde konnte: in den beiden hinteren Jochen der Kirche wurden 9 Wohnungen, verteilt auf 3 Ebenen, eingebaut. Dabei legte man größten Wert auf die Beibehaltung der baulichen raumbildenden Glieder des Kirchenraums. Der heutige Gottesdienstraum wird vom Altarraum und dem 3. Kirchenjoch gebildet.

Der Entwurf des Orgelprospekts stammt vom Architekten Dr. Dieter Ketterer in Zusammenarbeit mit Orgelbaumeister Stephan Mayer. Ein Glücksfall, wenn der Architekt, der maßgeblich das heutige Erscheinungsbild des Kirchenraums geprägt hat, bei der Gestaltung der Orgel mitwirken kann.

Die neue Orgel besitzt 2 Manuale mit einem Tonumfang von jeweils 58 Noten und einem Pedal, das einen Tonumfang von 32 Noten besitzt. Das Instrument verfügt über 28 Registerspiele, die sich aufteilen in 27 klingende Register mit eigenständigen Pfeifenreihen und einem Vorabzug.

Die Disposition geht zurück auf einen Klangentwurf von Herrn Michael Reichert. Sie verkörpert den Klangstil der elsässischen Orgelreform, der wesentlich vom großen Dr. Albert Schweitzer mit geprägt wurde. Auch der Interpretationsmöglichkeit „neuer Musik“ wird, insbesondere durch den Einbau einer elektronischen Winddrossel, Rechnung getragen.

Disposition




Montage der Orgel (1. Woche)



Montage der Orgel
(2. Woche)



Intonation der Orgel


 Widmung der Orgel am 05.04.2015 mit LKMD Dr. Gunter Kennel


 1. Orgelkonzert am 06.04.2015 mit Prof. Seifen